WPC 5 2

 

Im witterungsgeführten Wärmepumpencontroller können viele individuelle Einstellungen vorgenommen werden.

Die Kurzbeschreibung reicht meist schon zum Verständnis. In der Tabelle sind die Einstellempfehlungen übersichtlich dargestellt. Die Servicewerte   sind abzulesen und einzutragen. Damit können wir leicht Fehleinstellungen erkennen. Die Änderungen können Sie leicht per Tel. vornehmen.

Im Speicherbild sind die Anlagenteile benannt.

 

WP-Aufbau

 

 

Erklärung der Steuerung WPC 5

 

Durch drücken der Taste kommt man ins Untermenü.

 

Messwerte 1.1 bis 1.7

 

Unter Messwerte können die aktuellen Betriebszustände eingesehen werden.

Für den Service interessant sind die Werte von 1.4 und 1.5.

Voraussetzung für reelle Werte ist, dass die Wärmepumpe bereits 10 min läuft, da ansonsten die Stillstandstemperaturen z.B. je  15°-25°C angezeigt werden.

Ein weiterer wichtiger Wert ist der Sollvorlauf 1.7.

Der Sollvorlauf wird programmtechnisch berechnet. Die Wärmepumpe (WP) soll diesen Wert erreichen (+1°C) und schaltet dann ab.

Es kann aber sein, dass die WP vor Erreichen des Sollwertes abschaltet, wenn die maximale Laufzeit 7.7.2 erreicht wurde.

Ist aber kein Problem, da nach der Pausenzeit 7.7.3 die WP wieder zuschaltet.

In der Pausenzeit kommt es zur Nachverdampfung im Kollektor oder Sonde obwohl die WP aus ist.

Weiterhin kommt es im Speicher zu einer Nachkondensation. Nachverdampfung und Nachkondensation erhöhen die Effektivität der Heizung und sparrt somit Ihre Heizkosten.

Aus diesem Grund sind Pausenzeiten >5 min empfehlenswert.

 

1.4. 1.5 1.7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auswertungen:

In den Auswertungen können vergangene Werte entnommen werden.

Unter 2.1 Betriebsstunden erkennt man die bisherige  summierte Laufzeit der WP 2.1.1-3 in h (Stunden).

 

Da die Heizung mit 2000-2400 h pro Jahr gerechnet ist kann eine Kontrolle informativ sein.

Solar und FBH Std. sind nicht so wichtig.

Bei den Betriebswerten erkennt man die oberen bzw. unteren erreichten Werte.

Hauptsächlich sind für den Servicetechniker die Werte 2.5.1-3 und 2.5.4  von Belang.

Die gespeicherten Fehlermeldungen 2.6    sind zur Fehleranalyse.

 

2.1.1-3 2.5.1-3 2.5.4 2.6

 

 

Zeiten:

Wichtig ist erst einmal die richtige Zeit/Datum 3.1 einzustellen damit die Automatik/Wochen/Tagesprogramme korrekt funktionieren.

Im Heizkreis Tag 3.2.1 aus  können 2 Zeiträume hinterlegt bzw. aktiviert , 3.2.1 ein werden.

Im Anschluss können diese Zeiten kopiert 3.2.3-5 werden.

Beachte: alles was nicht Tagzeitraum ist, ist automatisch Nachtzeitraum (z.B. auch Tags 8°°-13°°).

Zeiteinstellungen für den Komfort 3.3-5 können auch genau so eingestellt werden.

Beachte: Komfortzeiten sollen innerhalb der Tag-Zeiten liegen, da sie auf die Tageskennlinie aufsatteln.

Brauchwasserzeiten für Baden und Duschen 3.3-5 können auch mit je 2 Zeizräumen hinterlegt werden.

Mit diesen Zeiten sollte aber sparsam umgegangen werden, da unter Umständen der Heizkreis für die Fußbodenheizung für den Brauchwasservorrang unnötig blockiert wird.

 

3.1 3.2.1 aus 3.2.1 ein  4.3 ein 5.10

 

 

 

Betriebsart: Zu empfehlen ist bei 4.1 und 4.3 AUTO Einstellung.

Nur im „AUTO“ Modus wirken Zeit und Witterungsführung.

Der  Sollwert  wird im Aufheizvorgang verwendet bzw. bei Bedarf.

Brauchwasser „EIN“ 4.3 ein ist eine Art Handbetrieb. Bei Aktivierung schaltet die WP sofort auf Brauchwasservorrang und somit die FBH Pumpe aus und WP an.

Beachte: BW EIN heizt auf die hinterlegte mind. Duschtemperatur 5.10 .

„Manuell“ ist für den Servicetechniker.

4 Sollwert 4.3 ein 5.10

 

 

Einstellungen:

In den Einstellungen kann der Nutzer bedarfsgerecht Veränderungen vornehmen. Empfehlungen können der Tabelle entnommen werden.

Einstellwert „SW Tag “ 5.1-3

SW Tag nimmt Bezug auf die Außentemperatur. Ist S1 über 18°C, während des AUTO-Zeitprograms „Tag-Betrieb“, schaltet die Pumpe für die Fußbodenheizung aus. (= Sommerabschaltung)

Das gleiche gilt für SW Nacht bei Nacht-Betrieb (alle Zeiten außerhalb Tag-Betrieb). Der minimale Vorlauf 5.3 bestimmt die Temperatur bei welcher die FBH-Pumpe bei unterschreiten abschaltet.

Dabei ist der Programmermittelte Sollvorlauf 1.7  entscheidend. Ist dieser 23°C und 5.3 auch 23°C ist die Pumpe aus. Steigt 1.7 auf 24°C schaltet die FHB-Pumpe wieder zu.

Beachte:  Der minimale Vorlauf wird oft fälschlicher Weise auf z.B. 30°C gestellt, da angenommen wird, dass dieser VL mindestens kommen soll. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil die FBH-Pumpe schaltet  erst dann zu, wenn der berechnete Sollvorlauf 1.7 über 30°C steigt.

 

1.7 5.1-3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim  Einstellwert 5.4-6 Steilheit (Standart 0.3) berechnet die WPC 5 den Sollvorlauf in Abhängigkeit der Außentemperatur S1 und bildet eine Grundkennlinie. Zum Beispiel hat ist der VL bei -12°C 30°C und bei 0,5 36°C.

Die Grundkennlinie soll nicht verändert werden. Bei einen KFW 40 Haus stellt man sie auf 0,2 und bei einem gerade so ENEV Haus auf 0,4.

Die Tageskorrektur sattelt auf die Grundkennlinie auf. Wenn der Korrekturwert auf 4 gestellt ist ist in dem oben genannten Beispiel der VL um 4°C wärmer als 34°C und bei einer Steilheit 0,5  40°C.

Die Nachtkorrektur (alle nicht Tagzeiträume im AUTO-Modus) sattelt auch auf die Grundkennlinie auf und sollte 1-2°C unter dem Korrekturwert der Tageskorrektur liegen.

 

5.5 5.5Graf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Komfortanhebung sattelt auf die Tageskennlinie zusätzlich zu dem eingestellten Wert (2°C) auf.

In dem Beispiel wäre der Vorlauf dann in den Komfortzeiträumen 36°C. (Voraussetzung ist, dass der Komfortzeitraum innerhalb des Tagzeitraums liegt).

Soll/Ist- (5.8) soll unverändert bei 0°C bleiben. 5.9 Soll/Ist+ ebenfalls auf 1°C.

5.9 ist die Heizspanne der WP-Heizkreisaufheizung. Ist der berechnete Sollvorlauf 34°C, schaltet die WP bei unterschreiten =33°C an und bei überschreiten 34°C+1°C=35°C also 36°C ab.

 

5.9 5.7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5.10-12  BW min Duschtemp. (43°C) erfolgt während der Freigabezeiträume  Duschen 3.3-5 die Aufheizung.

Grundlage ist der Mittelwert von S2 und S3. Soll z.B. auf  den BW-Sollwert 43°C aufgeheizt werden, könnte Dies erreicht sein, wenn S3 53°C und S2 33°C sind. 4.3 EIN Handbetrieb nimmt den BW min Duschtemp. auch als Zielwert.

5.11 BW min Badewanne (46°C) erfolgt während der Freigabezeiträume Baden 3.5.1. die Aufheizung.

Beachte: Ist in der Übergangszeit der Speicher durch gewollt niedrige Vorlauftemperaturen (26°C am S2) nicht sehr warm, kann das Brauchwasservorrangheizen länger als im Winter dauern (bis zu 2h). Sollte das so sein, sind die Freigabezeiträume entsprechend anzupassen.

5.12  HKR Sperrzeit läst die HKR Pumpe ausbleiben nach dem Beenden des Aufheitzvorgangs.

z.B.: Es ist ein Vorrangzeitraum für das Baden von 16°°-18°° eingestellt. Die WP beginnt 16°° mit dem BW-Aufheizvorgang braucht aber nur bis 17°° um den Sollwert zu erreichen.

Wäre die  HKR Sperrzeit auf 0 min eingestellt, würde 17°° die HKR-Pumpe angehen und den Speicher bis zur Mitte abkühlen. Um das zu verhindern sollte in diesem Fall die Sperrzeit 60 min. betragen.

 

6.  Schutzfunktionen

6.1  ABS     Aus  soll so eingestellt bleiben.

6.2 Frostschutz kann bei Direktverdampfer aus bleiben. Unter Umständen kann aber die Untere Wasserbehörde bei Sonden fordern, nicht in den Minusbereich zu fahren. Einstellempfehlung daher:

Direktverdampfung auf Flächenkollektor 6.2.1 EK

Sole WP (Bohrung) 6.2.1 Sole

DV WP (Bohrung -Direktverdampfungssonde-) 6.2.1 DV-Sonde

Grundwasser WP 6.2.1 Wasser-Wasser

Beachte: Es wird die Sauggastemperatur gemessen und nicht das Zwischenkreismedium.

6.3  Max. Vorlauf (52°C am S2) schaltet bei erreichen die HKR-Pumpen (Fußbodenheizung) aus.

6.4  Max. Vorlauf 2. Wert (45°C am S2) schaltet bei erreichen die WP ab.  Beachte 6.3 muß höher als 6.4 sein.

6.5  Max. BW (90°C am S3) schaltet die WP bei erreichen ab. Möglicher Fehler wenn dies passieren sollte -fehlendes Kältemittel oder verstelltes Expansionsventil

 

6.3 6.4 6.5

 

 

 

 

 

 

 

Sonderfunktionen

7. Beinhaltet unter 7.1-3    7.1 die Programmwahl. Nur 7.1.6-7 sind auf das Lüumelsystem abgestimmt. 7.1.6. ist Lüumel-System + Solaranlage und 7.1.7 Standart Lüumel-System. Andere Programmvarianten führen zu Fehlfunktionen.

7.2 Wärmemenge ist nicht richtig aussagekräftig, da die Volumenstommesser fehlen. Einstellungen in diesem Menue nicht notwendig.

Ein Fühlerabgleich 7.3.1-3 dagegen kann durchaus sinnvoll sein, wenn z.B. der Außenfühler nicht die korrekte Temperatur anzeigt.

Der Inbetriebnahmeassistent 7.4. wir nur am Anfang benötigt und wird in der Regel vom Fachpersonal verwendet.

Auf Werkseinstellungen 7.5. zurücksetzten bitte nur dann, wenn sie sehr viel verstellt haben und keinen Plan mehr haben.

 

WP-System 7.7.

Die minimale Laufzeit 7.7.1 des Verdichters  sorgt dafür, dass die WP auch bei Erreichen des Sollwertes nicht vor der Zeit abschaltet. Es wird ein zu hohes Takten verhindert. In Übergangszeiten, wenn nur wenig Wärme gefordert wird, hat die WP die 2°C Spreizung schnell erreicht.

Die maximale Laufzeit 7.7.2. verschafft Systempausen, die für einen hohen Wirkungsgrad wichtig sind. Werden sehr hohe Temperaturen am S3 erreicht, kann ein Begrenzen der max. Laufzeit auf 15 min. Abhilfe schaffen.

Die WP-Pausenzeit (5 min)   7.7.3 ist eine Zwangspause für die WP nach Ablauf der max. Laufzeit. Eine Verlängerung der Pause wirkt sich positiv auf den Wirkungsgrad aus. Es sollte aber nicht auf Kosten des  Komfort verlängert werden.

Unsere Untersuchung Vergleich DV zu Sole-Anlage hat gezeigt, dass durch die max. Laufzeit und Pausen ein bis zu 30% höherer Wirkungsgrad erziehlbar ist.

Die WP-Verzögerung  7.7.4 ist bei Grundwasser-Wärmepumpen nötig, da es hier etwas dauert bis das Grundwasser am Verdampfer ist. Gäbe es keine Verzögerung, könnte der Wärmetauscher vereisen.

Der WP-Nachlauf 7.7.5 macht nur bei Verwendung des Pump-Down Sinn.

Ein kurzer  Sole-Nachlauf (10s) 7.7.6 (Betrifft Grundwasserpumpe und Sole-Pumpe) verhindert die Eisbildung bei der Nachverdampfung. Bei Direktverdampfung wir auf 0 s gestellt.

Die E-Nachheizung 7.7.7wird momentan technisch nicht umgesetzt, da eine Kontrolle über die Nachheizung nicht erfolgt und daher Fehler nicht erkannt werden.

Aus diesem Grund muss der Bauherr den E-Heizstab per Hand zuschalten und hat daher die Kontrolle darüber.

 

Beachte: Notwendigkeit der E-Nachheizung

Im Aufheizvorgang (Trockheizen des Estrichs) ist generell das Zuschalten des E-Heizstabes nötig, da eine höhere Heizleistung (als im späteren Regelbetrieb) nötig ist.

Selbst mit Zuschalten kann unter Umständen (kalte Witterung und Lüften) die Heizleistung nicht reichen werden. Es muss dann Zonen bzw. Verteilungsweise das Aufheizen erfolgen.

 

1. Winter (evtl. auch 2. Winter)

Die meisten Bauwerke enthalten nach Bezug noch sehr viel Restfeuchte. Je nach Bauausführung (leichte o. schwere Baustoffe) wird diese Restfeuchte langsam oder schneller ausgeheizt. Die Restfeuchte verdunstet an der Oberfläche und kühlt Diese ab (Verdunstungskühlung). Das bedeutet aber auch, dass die Heizung wesentlich mehr Wärme zur Verfügung stellen muss.

Das kann einen bis zu 50% höheren Wärmebedarf verursachen. Da die Heizung nicht für das „Trockenheizen“ ausgelegt wird, muss der E-Heizstab kontrolliert zugeschaltet werden.